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Was sind die Regenwälder der Meere?

Mangroven - Brutstätte für Fische, Kohlenstoffspeicherung & Schutz vor Überschwemmungen. Mangroven unterstützen als wesentliche Ökosysteme den Planeten und die Menschen. Nicht nur dort, aber besonders in Küstenregionen tragen diese Wälder essenziell zur Erhaltung der Lebensgrundlage bei.

Welche Bedeutung den Ökosystemen zukommt und Gründe, den Schutz auszuweiten?

Mangrovenwälder gehören zu den produktivsten und biologisch wichtigsten Ökosystemen der Welt. Innerhalb der Klimaregulation kommt den Bäumen mit den langen Stelzenwurzeln eine entscheidende Bedeutung zu. Der Schutz und die Restauration ist eine der kosten-effizientesten Methoden, um Küsten zu schützen und Bevölkerungen im globalen Süden zu unterstützen.

Durch Rodungen zur Rückgewinnung von Land für die Landwirtschaft und Aquakulturen für die Industrie sowie Küstenentwicklungs- und Infrastrukturprojekte sind die Mangrovenwälder bedroht. Über ein Drittel sind bereits verschwunden und in Regionen wie Amerika werden sie teilweise in schnellerem Tempo abgeholzt als tropische Regenwälder. Diese Entwicklung zieht erhebliche Auswirkungen auf zahlreiche Arten von Vögeln, Fischen, Säugetieren und Insekten nach sich.

Außerdem leiden die Menschen in tropischen Regionen der Welt, die die Mangroven regelmäßig nutzen und von Ihnen abhängig sind. Zu den Folgen des Mangrovenverlustes gehört die Verarmung der Lebensgrundlagen, ein geringeres Wirtschaftswachstum, abnehmende menschliche Sicherheit und eine schlechtere Lebensqualität der lokalen Gemeinschaften und der Küstenbevölkerung.

Helfer in der Klimakrise

Mangroven helfen umfangreich in der Klimakrise und gegen die globale Erwärmung. Mangroven und Mangrovenböden sind hocheffektive Kohlenstoffsenken, die große Mengen an Kohlenstoff langfristig binden und verhindern, dass das Treibhausgas in die Atmosphäre gelangt. Obwohl sie lediglich ca. 1% der tropischen Wälder darstellen, kommt ihnen eine kritische Rolle im Kampf gegen den menschengemachten Klimawandel zu, denn die Stelzenmangrove speichert in ihren Wurzeln und im Boden bis zu 10-mal mehr Kohlenstoff als ein Baum im Regenwald, pro Hektar bis zu viermal mehr als andere tropische Regenwälder. Der Kohlenstoff wird als CO2 entnommen und als Kohlenstoff im Boden gespeichert. Mangroven schließen außerdem Fluss- und Landsedimente in den Wurzeln ein, was die Küstengebiete schützt und die Erosion verlangsamt. Durch diesen Prozess wird auch verhindert, dass schädliche Sedimente Korallenriffe und Seegraswiesen erreichen.

Natürliche Barrieren 

Mangrovenwälder helfen Bevölkerungen in Küstenregionen. Die Bäume schützen vor Stürmen, reduzieren deren fatale Auswirkungen und halten die Küsten stabil. Die robusten Wurzelsysteme der Mangrovenbäume tragen dazu bei, eine natürliche Barriere gegen heftige Sturmfluten und Überschwemmungen zu bilden. Fluss- und Landsedimente werden von den Wurzeln eingeschlossen, was die Küstengebiete schützt und die Erosion verlangsamt. Im Jahr 2017 schätzte die UNO-Ozeankonferenz, dass im Umkreis von 100 km von der Küste fast 2,4 Milliarden Menschen leben. Mangroven stellen einen wertvollen Schutz für Gemeinschaften dar, die durch den Anstieg des Meeresspiegels und durch schwere Wetterereignisse infolge des Klimawandels gefährdet sind.

Hotspots von Biodiversität

Mangroven sind absolute Hotspots von Biodiversität. Mangroven sind hochproduktive und biologisch reiche Ökosysteme. Durch die Filterung der Küstengewässer bilden Mangroven eine nährstoffreiche Brutgebiet und Nährboden für zahlreiche Arten, die sowohl über als auch unter Wasser leben. Sie bieten einer Vielzahl von Fischen, Vögeln, Reptilien und Insekten ein Zuhause, eine Brutstätte und eine Futterquelle. Die Bäume beherbergen eine Vielzahl von Nistplätzen, Brut- und Zugvögel. In Indien lebt sogar der „Mangrove Tiger“ in diesen Gebieten. Sechs Säugetierarten, zehn Reptilien und über 40 Vögel sind ausschließlich in Mangrovenwäldern zu finden. 

Lebensgrundlage

Mangroven bieten Millionen von Menschen eine Lebensgrundlage und ökonomisch-soziale Chancen. Bevölkerungen in Mangrovengebieten sind direkt von den Waldbeständen abhängig und sind für ihre Ernährung auf die Ökosysteme angewiesen. Die Gewässer des Waldes bieten den lokalen FischerInnen ein reiches Angebot an Fisch, Krebsen und Muscheln, die sie verkaufen und somit Einkommen erzielen können. Die Blätter von Mangrovenbäumen werden als Tierfutter verwendet und die Pflanzenextrakte werden von den Einheimischen wegen ihrer medizinischen Qualitäten geschätzt. Durch Fischerei und den Tourismus wird die wirtschaftliche Lage der Einheimischen gestärkt. Nachweislich tragen Mangroven zur Erreichung von internationalen Zielen zur Reduktion von Armut und zur Wasserversorgung bei. 

Eco-Tourismus

Mangrovenwälder fördern Eco-Tourismus. Nachhaltiger Tourismus bietet einen Anreiz zur Erhaltung bestehender Mangrovenwälder. Diese Gebiete haben das Potenzial, Einkommen für die lokale Bevölkerung zu generieren. Oft in der Nähe von Korallenriffen und Sandstränden gelegen, bieten die Wälder ein reichhaltiges Umfeld für Aktivitäten wie Tauchen, Kajakfahren und Vogelbeobachtungstouren. Wenn der Ökotourismus auf ökologisch und sozial nachhaltigem Niveau gehalten wird, könnte es eine starke und sinnvolle Motivation für lokale BewohnerInnen sein, die Mangroven zu schützen und aufzuforsten, anstatt sie für kurzfristige Motive abzuholzen.

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