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Wieso ein Shirt für 39€ günstiger ist als eines für 5€ – die Cost per Wear-Formel

Nina Kegel

Nachhaltigkeits-Expertin im Bereich bewusster Konsum und umweltgerechtes Leben

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Der Ausdruck Cost per Wear meint, wie viel ein Kleidungsstück pro einzelnem Tragen kostet – und erklärt, wieso ein vermeintlich günstiges Shirt sehr viel teurer sein kann als es zunächst scheint.

“Was, fast 40€ für ein T-Shirt? Für das Geld kann ich mir ja im Laden in der Stadt mindestens vier Shirts kaufen.” Diese Reaktion auf unsere Preise ist für uns keine Seltenheit. Und vielleicht hast auch du dir beim Scrollen durch unseren Online-Shop genau das gedacht. Doch wir bei SALZWASSER sind uns sicher, dass Kleidung nur dann wirklich fair sein kann, wenn alle an der Wertschöpfungskette Beteiligten fair entlohnt werden. Unser Ziel ist es, für den wahren Wert von Kleidung zu sensibilisieren – und für die zahlreichen Arbeitsschritte, die geschehen, bevor du ein fertiges Shirt in der Hand hältst. Nachhaltiger Konsum meint auch, dir beim Kauf zu überlegen, wie du ein Teil kombinieren kannst. Oder, um es etwas plakativer zu sagen: Wirst du das Teil mindestens 30 Mal tragen? Nur ein klares Ja sollte dann zu einem Kauf führen. 

Cost per Wear: Der wahre Wert von Kleidung

Doch nicht nur aus ökologischen und sozialen Aspekten macht der Kauf von Fair Fashion Sinn. Fair hergestellte, hochqualitative Kleidung kann unterm Strich sogar aus ökonomischer Sicht sinnvoll sein. Das Sprichwort “Wer billig kauft, kauft zweimal” geht auf den englischen Sozialreformer John Ruskin zurück und hat auch mehr als hundert Jahre nach dessen Tod noch Gültigkeit. Moderner gerahmt wird dieser Gedanke von der Cost per Wear (CPW)-Formel, die übersetzt die “Kosten pro Tragen” beschreibt. Bei der Cost per Wear-Formel wird der Preis des Kleidungsstücks durch die Anzahl der Male geteilt, die du es tragen wirst. Doch für die Cost per Wear ist nicht nur wichtig, ob das Kleidungsstück wirklich deinem Geschmack entspricht und du viele Möglichkeiten hast, es zu kombinieren. Auch die Qualität des Kleidungsstücks spielt eine Rolle. Angenommen, du kaufst ein Shirt für fünf Euro und ziehst es 10 mal an, bevor du merkst, dass es wohl doch nur ein Trendteil war oder es so aus der Form geraten ist, dass du es aussortierst. Dann entspricht die Cost per Wear-Summe 50 Cent. Zum Vergleich: Wenn du ein Shirt für 40 Euro kaufst und dieses als Teil deiner Capsule Wardrobe für fünf Jahre einmal pro Woche trägst, liegen die Cost per Wear bei gerade einmal 16 Cent. 

Langfristig denken

/blogs/salzwasser-projekte/mangrove-action-projectDas oben genannte Beispiel macht deutlich: Beim nachhaltigen Kleidungskauf geht es auch darum, langfristig zu denken. Als kleine Cost per Wear-Übung kannst du dir etwa überlegen, wie teuer einzelne Käufe in deinem Kleiderschrank tatsächlich waren – und dir natürlich beim nächsten Kleidungskauf überlegen, wie diese Rechnung bei deinem Wunschteil aussehen könnte. Die Cost per Wear-Formel ist deswegen eine praktische Hilfestellung, um deinen Konsum so zu gestalten, dass Natur und Geldbeutel geschont werden. Die Frage "wie viel Kleidung braucht man" beantworten wir in weiteren Blog-Artikeln, wie Minimalismus oder Capsule Wardrobe. 

Weiterlesen im Magazin:

Minimalismus

Minimalismus bedeutet, nur mit den allernötigsten Gegenständen zu leben und sich dabei auf das Wesentliche zu beschränken. Anwendbar ist das auf die verschiedensten Lebensbereiche: ob bei der Ernährung, beim Besitz oder sogar in der Zeiteinteilung. Minimalismus ist ein ganzheitlicher Ansatz.

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Was bedeutet die Angabe der Grammatur oder kurz "gsm"?

Gemeint ist das Stoffgewicht (g=grammage) pro Quadradmeter (sm=square meter). Der Wert zeigt Dir also, wie schwer ein Quadratmeter des Materials ist. Die Angabe allein sagt nichts über die Qualität...

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Capsule Wardrobe

Eine Capsule Wardrobe ist eine minimalistische, aufeinander abgestimmte Garderobe. So soll übermäßiger Modekonsum reduziert oder gestoppt werden. Ziel ist es, mit wenigen Teilen viele Outfits zu kreieren. Teils bestehen Capsule Wardobes sogar nur aus zehn Teilen pro Quartal.

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Slow Fashion: Wie die Gegenbewegung aussehen kann

Wie Slow Fashion sich als Gegenbewegung zu Fast Fashion gegen die Mechanismen der konventionellen Modeindustrie wendet - für mehr Qualität, Bewusstsein und Wertschätzung. Während durch Digitalisierung und Globalisierung die Geschwindigkeit von Kommunikation, Produktion und Warenverkehr rasant zunimmt, macht diese Entwicklung auch vor der Modeindustrie nicht Halt. Allein von 2000 bis 2014 hat sich die Bekleidungsproduktion verdoppelt. 60 Kleidungsstücke pro Jahr kaufen Deutsche heute durchschnittlich – tragen diese allerdings nur noch halb so lang wie vor 15 Jahren.

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Hallo Herbst.