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Slow Fashion: Wie die Gegenbewegung aussehen kann

Nina Kegel

Nachhaltigkeits-Expertin im Bereich bewusster Konsum und umweltgerechtes Leben

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Wie Slow Fashion sich als Gegenbewegung zu Fast Fashion gegen die Mechanismen der konventionellen Modeindustrie wendet - für mehr Qualität, Bewusstsein und Wertschätzung.

Während durch Digitalisierung und Globalisierung die Geschwindigkeit von Kommunikation, Produktion und Warenverkehr rasant zunimmt, macht diese Entwicklung auch vor der Modeindustrie nicht Halt. Allein von 2000 bis 2014 hat sich die Bekleidungsproduktion verdoppelt. 60 Kleidungsstücke pro Jahr kaufen Deutsche heute durchschnittlich – tragen diese allerdings nur noch halb so lang wie vor 15 Jahren.

Möglich machen diesen schnelllebigen Konsum Fast Fashion-Unternehmen, die sich gegenseitig mit bis zu 24 Kollektionen pro Jahr übertrumpfen. Und es geht noch weiter: Real-Time-Fashion heißt der neueste Trend, der nun mittels Algorithmus dafür sorgt, dass die neuesten TikTok-Modetrends in kürzester Zeit nachgeshoppt werden können. Selbstverständlich zum Billigpreis. Dabei wertet eine Künstliche Intelligenz die Daten der Plattform aus, macht durch die Anzahl der Klicks aufkommende Trends aus und sendet diese an Designer:innen von Ultra-Fast-Fashion-Unternehmen, die so täglich 700 bis 1.000 neuen Styles möglich machen.

Gegenbewegung: Slow Fashion

Die Gegenbewegung zu der umweltschädlichen Fast-Fashion-Maschinerie heißt Slow Fashion und steht, wie der Name schon sagt, für Langsamkeit und Entschleunigung. Slow Fashion meint einen veränderten Konsum, bei dem der tatsächliche Wert eines Kleidungsstücks erkannt und auf eine sozial wie ökologisch verträgliche Herstellung geachtet wird.

 Slow Fashion heißt auch, den allgemeinen Konsum zu reduzieren und so den einzelnen Kleidungsstücken mehr Wertschätzung entgegenzubringen. Außerdem werden Neukäufe bei Slow Fashion sorgfältig überdacht: Brauche ich ein Kleidungsstück wirklich? Wann werde ich es tragen? Wie kann ich es kombinieren? Das sind nur einige Fragen, die vor dem Kauf deutlich beantwortet werden sollten. Bei Slow Fashion von SALZWASSER heißt deswegen das Diktum: Focus on the essential. Fokussiere dich auf das, was wirklich wichtig ist.

So kann Slow Fashion aussehen

Für uns als Produzierende von Slow Fashion bedeutet das zuallererst, auf nachhaltige, natürliche Materialien zu setzen, die ganz ohne Kunstfasern und damit Mikroplastik auskommen. Außerdem ist der Anspruch eine hochwertige Produktion unter hohen sozialen Standards – diese haben wir zehn Kilometer vom Atlantik entfernt in Portugal gefunden, in einem Familienunternehmen, welches nun in dritter Generation geleitet wird.

Auch will die Slow Fashion-Bewegung weg von einer Praktik, bei der es vollkommen normal ist, ein Kleidungsstück für jeden Verarbeitungsschritt um die halbe Welt zu fliegen. Deswegen setzen wir von der Färberei über die Stickerei, Strickerei und Konfektion auf Portugal und Italien als Produktionsort. Dass jeder dieser Schritte unter höchsten Standards geschieht, bestätigt außerdem das GOTS-Siegel, der weltweit führende Standard für die Herstellung und Verarbeitung von Textilien aus biologisch erzeugten Naturfasern.

Doch Slow Fashion bezieht sich nicht nur auf die Produktion neuer Kleidung, sondern auf deren gesamten Lebenszyklus bzw. den generellen Umgang mit Kleidung. Zu Slow Fashion gehört etwa, Kleidung zu reparieren oder reparieren zu lassen und nicht mehr getragener Kleidung ein neues Zuhause zu geben, etwa durch Kleidertauschpartys oder Flohmärkte. Ziel von Slow Fashion ist es so, Kleidung möglichst lange zu erhalten – denn erst dann ist Konsum wirklich nachhaltig.

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