Materialien

Wir wählen unsere Materialien nach ökologischen Gesichtspunkten aus und versuchen die Verwendung von Polyester in allen Kleidungsteilen, die wir gerne in die Waschmaschine schmeißen, zu vermeiden. 

Baumwollpflanze

Bio-Baumwolle

Baumwolle, die Bio-zertifiziert ist, wird auf Feldern ohne den Einsatz von chemischen Düngemitteln, Pestiziden und Entlaubungsmitteln angebaut. Es sind lediglich natürliche und organische Düngemittel wie Kompost und Tierdünger erlaubt. 

Bio-Baumwolle macht weniger als 1% der gesamten Baumwollproduktion aus. Das ist zu wenig. Deshalb kämpfen wir für eine Änderung des Status quo und eine entsprechende Erhöhung der Nachfrage. 

Für Bio-Baumwolle gibt es verschiedene Zertifizierungen. Der Global Organic Textile Standard (GOTS) stellt hierbei die umfassendste Zertifizierung dar. Das Siegel ist der weltweit führende Standard für die Herstellung und Verarbeitung von Textilien aus biologisch erzeugten Naturfasern. Die Zertifizierung definiert ganzheitliche Anforderungen entlang der gesamten Produktions- und Wertschöpfungskette.

Wasserverbrauch & CO2

Weltweit wird die meiste Bio-Baumwolle auf Farmen angebaut, die mit Regenwasser arbeiten, es findet also keine Bewässerung mit Frischwasser statt. Der Boden ist aufgrund der beachteten Fruchtfolge gesund, enthält mehr organische Substanz und speichert Wasser 50% besser als herkömmlich bewirtschafteter Boden. Der Wasserverbrauch beim Anbau von Bio-Baumwolle ist bis zu 91% geringer als bei konventioneller Baumwolle.

Der Anbau von Bio-Baumwolle spart außerdem bis 46% von CO₂ im Vergleich zu konventioneller Baumwolle.

Multitalent Baumwolle

Baumwolle ist weich, atmungsaktiv, strapazierfähig und pflegeleicht. Sie zeichnet sich durch den angenehmen Tragekomfort, die feuchtigkeitsregulierende Wirkung und das geringe Allergiepotenzial aus.

All diese tollen Eigenschaften haben einen faden Beigeschmack, wenn es sich um konventionelle Baumwolle handelt, deren Anbau und Ernte schädlich für die Natur, die Bauern und den Endkonsumenten sind.


Pestizide & Düngemittel

Ein herkömmliches T-Shirt enthält 165g Pestizide und Düngemittel und Baumwolle gehört zu den Pflanzen, die am stärksten mit Pflanzenschutzmitteln jeglicher Art behandelt werden.
 
Im Bio-Anbau sind chemisch-synthetische Dünge- und Pflanzenschutzmittel verboten.
Wenn auch in den weiteren Verarbeitungsschritten, wie Bleichen oder Färben auf entsprechende Chemikalien verzichtet wird, enthalten Kleidungsstücke aus Bio-Baumwolle keine Pestizide sowie Düngemittel und wirken sich positiv die Baumwollbauern, ihre Familien und Deine Haut aus. Die Zertifizierung durch den GOTS ist daher hochrelevant. 

Merino-Wolle

Die Merinowolle von den Merinoschafen ist eine besonders feine und hochwertige Schafwollqualität. Die Schafe leben mehrheitlich in Australien und Neuseeland, während die Wolle europäischer und deutscher Schafe aufgrund der gröberen Struktur meist eher für Jacken, Decken oder Bettwaren verwendet wird.

Merinowolle ist ein einzigartiger, nachwachsender und biologisch abbaubarer Rohstoff. Im Gegensatz zu Kunstfasern wie Polyester, Polyamid oder Acryl gibt die Wolle beim Waschen keine winzigen Plastikpartikel in das Grundwasser und die Meere ab.

Wollprodukte haben außerdem in der Regel eine lange Lebenszeit. 

Schafe auf grüner Weide

Atmungsaktiv, Isolierend & Sanft

Je nach Außentemperatur wärmt Merinowolle ausgezeichnet, während sich Hitze aufgrund der Luftdurchlässigkeit nicht staut. Die wertvollste aller Schafwollen zeichnet neben dieser atmungsaktiven Eigenschaft dadurch aus, dass sie bis zu 30% des Eigengewichts an Feuchtigkeit aufnehmen kann, ohne sich feucht anzufühlen.  

Merinowolle wird von dem internationalen Verband der Naturtextilwirtschaft (IVN) sogar als eine "Klimaanlage" für den Körper beschrieben, indem sie das "hautnahe Klima des Menschen optimal reguliert."

Gröbere Wollfasern krümmen sich bei Berührung mit der Haut. Die Merinofaser hat jedoch eine sehr feine Faserstärke und fühlt sie sich besonders zart auf der Haut an, während der „kratzige“ Effekt ausbleibt.

Selbstreinigung & Handwäsche

Merinowolle macht es Bakterien durch die wie Dachziegel geschuppte Oberfläche der Faser schwer, sich zu halten. Ein entscheidender Vorteil gegenüber glatter Synthetikfaser. Weniger Bakterien, weniger Geruch.
Dieser Selbstreinigungseffekt wird durch das Faserprotein Keratin verstärkt. Hierdurch werden geruchsverursachende Bakterien abgebaut.  Dadurch bleiben Textilien zumeist geruchlos und es genügt ein Lüften anstelle der Wäsche.

Wollprodukte haben in der Regel eine lange Lebenszeit und werden deutlich weniger und bei geringerer Temperatur per Handwäsche gewaschen.

Naturprodukt mit Schattenseiten

Beim Ursprung der Merinowolle zeigen sich die Schattenseiten der nachhaltigen, nachwachsenden Naturfaser, die hauptsächlich von Tieren aus Australien und Neuseeland stammt. 
Hier gibt es ähnlich wie in der Fleischproduktion kritische Aspekte. Eine schmerzhafte Behandlung zur Vorbeugung des Parasitenbefalls - das s.g. Mulesing - gilt zurecht als Tierquälerei. Es geht auch ohne!

Artgerechte Tierhaltung, umweltverträgliche Produktion und Weiterverarbeitung sowie strenge Herkunftskontrollen werden durch Zertifizierungen wie dem Global Organic Textil Standard (GOTS) gesichert. Rückschlüsse auf die Herkunft und das Herstellungsverfahren lässt auch der zumeist Preis zu, der bei hoher Qualität und ethisch korrekt bezogener Merinowolle anfällt.  Dieser ist zumeist höher als der Preis für konventionell beschaffte Merinowolle.

Eine weitere nicht zu verheimlichende Schattenseite sind die langen  Transportwege, die Merinowolle aus Australien, Neuseeland oder auch Südamerika zurücklegt. 

Recyceltes Polyester

Wir nutzen ausschließlich recyceltes Polyester anstelle von neuem Material. Das in unseren Produkten verwendete recycelte Polyester wird aus PET-Flaschen gewonnen, die in China recycelt werden. 

Jedes Jahr werden um die 100 Millionen Barrel Rohöl für die Herstellung von Polyester genutzt. Zwei Drittel hiervon fließen in die Produktion von synthetischen Fasern der Textilindustrie.  Knapp 49% der weltweiten Bekleidung bestehen aus Polyester und es wird prognostiziert, dass sich dieser Anteil bis 2030 fast verdoppeln könnte. Der Großteil der Kleidung stammt entsprechend aus der endlichen und nicht erneuerbaren Ressource Erdöl.

Recyceltes Polyester hat die identischen Materialeigenschaften und bringt dieselben Vorteile mit sich, während bei der Materialgewinnung Energiebedarfe und CO2-Emissionen reduziert sowie Ressourcen geschont werden können.

zusammen gepresste PET Flaschen

Verarbeitung von Plastikmüll

Die aus Plastikmüll hergestellten Fasern sorgen in Textilien für Stabilität und gewährleisten die Langlebigkeit einiger Produkte.

Durch die Verarbeitung der Abfälle werden Müllmengen reduziert und innerhalb deines Kleidungsstückes langfristig gebunden. Das entlastet Deponien und Verbrennungsanlagen verursachen weniger giftige Emissionen.

Die Herstellung von recyceltem Polyester benötigt 59 Prozent weniger Energie, wie eine Studie des Schweizer Bundesamtes für Umwelt aus dem Jahr 2017 ergab. CO2-Emissionen können um 32 Prozent im Vergleich zu herkömmlichem Polyester reduziert werden. Darüber hinaus trägt recyceltes Polyester dazu bei, den Abbau von Erdöl und Erdgas reduzieren. Insgesamt zeichnet recyceltes Polyester die bessere Ökobilanz aus.

Recyclingfähigkeit

Reines Polyester oder auch recyceltes Polyester ist durch chemische Recyclingverfahren normalerweise häufig wiederverwendbar.

Problematisch sind die weit verbreiteten gemischten Materialkompositionen, z.B. aus Baumwolle und Polyester. Dies erschwert Recyclingprozesse.
PET-Flaschen können gut für das Recycling und die Verarbeitung als Kunstfaser genutzt werden. 

Allerdings wird das Recycling oft auf internationaler bzw. globaler Ebene durchgeführt, was mit erheblichen Transportemissionen verbunden ist.

Mikroplastik

Aus den Augen aus dem Sinn!?

Plastikmüll wird durch die Faser in Textil gebunden, wodurch teilweise verhindert werden kann das jedes Jahr noch mehr als die 8 Millionen Tonnen Kunststoffe in die Ozeane gelangen. Die NGO Ocean Conservancy gibt an, das bereits 150 Millionen Tonnen in den Meeren zirkulieren. Bei diesem Tempo wird es 2050 mehr Plastik als Fische geben.

Eine große Quelle für Mikroplastik in den Weltmeeren sind jedoch private Waschgänge. Hierbei setzt auch recyceltes Polyester Mikrofasern frei.
Aus diesem Grund macht recyceltes Polyester für uns lediglich in Produkten Sinn, die nicht häufig gewaschen werden. Mittelfristig werden wir entsprechend komplett auf Polyester verzichten.