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Wie viel Kleidung braucht man? 

Annina Arnold

Nachhaltigkeits-Expertin im Bereich faire Mode und bewusstes Leben.

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Wie viel Kleidung braucht man eigentlich? Und welche Kleidungsstücke sind für mich sinnvoll? Wir helfen dir, deine Garderobe so zusammenzustellen, dass sie nicht nur zu deinem Geschmack, sondern auch zu deinem Leben passt.

Der Kleiderschrank quillt über, du bist frustriert von dem Übermaß deiner Klamotten oder möchtest Minimalismus auch in diesem Lebensbereich umsetzen? Dann könnte dir eine Neuordnung deiner Garderobe helfen! Ziel sollte es sein, deinen Kleiderschrank so zu gestalten, dass du auch wirklich jedes Teil trägst. Schließlich haben laut einer Greenpeace-Studie Deutsche durchschnittlich 95 Kleidungsstücke, tragen allerdings 40 Prozent davon selten oder nie. Doch das geht auch anders!

Die Inhalte:

  • So viele Kleidungsstücke braucht man
  • Was für ein Leben lebst du?
  • Wie ist deine Wasch-Situation?
  • Back to the Basics!
  • Das richtige T-Shirt für dich
  • Häufige Fragen
Wie viel Kleidung braucht man

So viele Kleidungsstücke braucht man 

37 Kleidungsstücke – das ist die Zahl, die von der US-Bloggerin Caroline Rector als das perfekte Maß bezeichnet und häufig zitiert wird. Dazu zählen auch Schuhe, ausgenommen werden Accessoires wie Mützen oder Schals, Unterwäsche und Sportbekleidung. Diese Anzahl umfasst allerdings nicht alle deine Kleidungsstücke, sondern nur die, die je nach Saison effektiv getragen werden. Pro Quartal wird diese Kapsel dann dem Wetter entsprechend angepasst.

Die Liste für den Herbst könnte etwa so aussehen: 
9 Unterteile wie Hosen, Röcke und Shorts
15 Oberteile
2 Kleider
1 Jacke
1 Mantel
9 Paar Schuhe

Die Kleidungsstücke, die du gerade nicht brauchst, kannst du in der Zwischenzeit frisch gereinigt und sorgfältig verstauen. So bereiten die Teile beim Auspacken in der entsprechenden Saison aufs Neue Freude und sorgen nicht für Unordnung in deinem Kleiderschrank. 

Was für ein Leben lebst du?

Natürlich musst du dich nicht genau an die Zahl halten, sieh es eher als Richtwert. Frag dich: Wie sieht mein Leben aus? Was brauche ich? Einen Einfluss hat etwa deine Arbeit: Musst du dort Kleidung tragen, die du in deiner Freizeit nicht trägst? Wie sieht dein Privatleben aus? Gehst du viel aus (in Bars oder Theater) und ziehst dir dann besondere Stücke an? Sei ehrlich mit dir. Denn: Das Problem vieler übervoller Kleiderschränke ist, dass sie für Leben gemacht sind, die wir gar nicht leben.

Wie ist deine Wasch-Situation? 

Ein kleiner Kleiderschrank funktioniert natürlich besser, wenn du häufig waschen kannst. Lebst du mit mehreren Personen zusammen? Und lebst du eher aktiver oder wechselst manchmal auch mehrmals am Tag die Kleidung? Dann musst du deine Garderobe vielleicht etwas erweitern. Du kennst dich und dein Leben am besten.

Back to the Basics!

Du und deine Basics, ihr müsst jetzt richtige Freund:innen werden. Denn sie halten deine Garderobe zusammen und ermöglichen dir einen minimalistischen Kleiderschrank. Deshalb ist es auch umso wichtiger, dass du in hochwertige Teile investierst. So sehen die simpelsten Outfits besonders aus. Das soll aber kein Kaufaufruf sein, die besten Stücke sind immer noch die, die du schon hast! 

Das richtige T-Shirt für dich

Es gehört zu den absoluten Basics: Das T-Shirt. Je nach Geschmack kannst du hier auf absolute Klassiker oder auch T-Shirts mit verschiedenen Mustern, Schnitten oder Statement-Prints setzen. Ein T-Shirt in unterschiedlichen Farben zu besitzen, kann dir außerdem helfen, dich immer wohl zu fühlen und gleichzeitig Abwechslung zu haben. Für Hardcore-Minimalist:innen bietet sich vielleicht sogar an, das gleiche T-Shirt mehrmals zu besitzen. Absoluter Vorteil: Du sparst dir die morgendliche
Outfit-Wahl.

 Häufige Fragen 

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