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Klimawandel: Ursachen, Folgen und was wir dagegen tun können

Nina Kegel

Nachhaltigkeits-Expertin im Bereich bewusster Konsum und umweltgerechtes Leben

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Schon heute sind die Folgen des Klimawandels deutlich spürbar. Doch wie sind wir an diesen Punkt gelangt? Was erwartet uns in Zukunft? Und wie können wir die globale Erwärmung aufhalten?

Dass der Klimawandel kein Problem der Zukunft ist, zeigen bereits heute Extremwettereignisse und beängstigende Temperaturrekorde. Um weitere, noch drastischere Auswirkungen des Klimawandels einzudämmen, ist das 1,5-Grad-Ziel des Pariser Klimaabkommens maßgeblich. Das 1,5-Grad-Ziel beschreibt das Ziel, den Temperaturanstieg durch den Klimawandel zwischen dem Beginn der Industriellen Revolution bis zum Jahr 2100 auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen. Wird diese Marke überschritten, hat das drastische Folgen für Mensch und Natur.

Die Inhalte:

  • Was ist der Klimawandel?
  • Wodurch entsteht der Klimawandel?
  • Was sind die Folgen des Klimawandels?
  • Das muss getan werden
  • Und das kannst du tun
  • Häufige Fragen
  • Weiterlesen im Magazin

1. Was ist der Klimawandel?

Ein langfristiger Klimawandel, also Veränderungen im Klima, die etwa zu Extremwettereignissen führen, sind normal. Ein Beispiel hierfür ist die kleine Eiszeit, die vom Ende des 16. Jahrhunderts bis in das letzte Quartal des 17. Jahrhunderts reichte. Allerdings vollzieht sich derzeit ein sehr viel drastischerer Klimawandel: Die globale Temperatur ist in den letzten 150 Jahren aufgrund steigender CO₂-Emissionen stark gestiegen. Zahlen belegen dies eindrücklich: 20 der wärmsten gemessenen Jahre waren in den letzten 22 Jahren. Da menschliche Aktivitäten für diese Emissionen und damit auch für die Erderwärmung verantwortlich sind, wird auch vom “Anthropogenen Klimawandel” gesprochen.

2. Wodurch entsteht der Klimawandel?

Maßgeblich für den Klimawandel verantwortlich ist der Treibhauseffekt. Während einige Sonnenstrahlen reflektiert werden, erreichen andere die Atmosphäre und erwärmen so die Erdoberfläche, von der sie absorbiert werden. Ein Teil dieser Wärmestrahlung gibt die Erde ab. Diese wird von den sogenannten Treibhausgasen in der Erdatmosphäre reflektiert und erhöht so die Temperatur. Dieser Prozess sorgt für eine durchschnittliche Erdoberflächentemperatur von 15 °C und macht so menschliches Leben überhaupt erst möglich. Ohne den natürlichen Treibhauseffekt würden auf der Erde Durchschnittstemperaturen von -18 °C herrschen.

Allerdings bringt insbesondere die konsumorientierte Lebensweise der Industriestaaten einen enormen Bedarf an Ressourcen mit sich: Fabriken müssen betrieben, enorme Mengen an Energie bereitgestellt werden. Der immense Ausstoß durch die Verbrennung von Kohle, Erdöl und -gas sorgt infolgedessen dafür, dass sich die Menge der Treibhausgase erhöht – und damit auch die zurückgeworfene Wärme. Das für den Klimawandel relevanteste Treibhausgas ist dabei CO₂: Es verbleibt lange in der Atmosphäre und beeinträchtigt so maßgeblich das Klima. Seit dem 19. Jahrhundert ist die Konzentration um 40 Prozent gestiegen. Grund dafür ist neben der Vernichtung großer CO₂-Speicher wie Wälder auch die Massentierhaltung. Diese ist vorwiegend für ein weiteres Treibhausgas verantwortlich: Methan.

Durchschnittlich verursachen deutsche Bürger:innen jährlich rund 9,6 Tonnen Treibhausgase – fast doppelt so viel wie der internationale Durchschnitt. Allein die G20-Staaten waren dabei 2021 für 81 Prozent der Emissionen verantwortlich – darunter China und USA an der Spitze. Umgerechnet pro Kopf ist Saudi-Arabien trauriger Spitzenreiter mit 16,6 Tonnen.

Treibhausgase durch Fabriken fördern Klimawandel

3. Was sind die Folgen des Klimawandels?

Der Klimawandel ist bereits heute durch zunehmende Wetterextreme spürbar. Gleichzeitig lässt der 2022 erschienene Klimabericht der Welt-Meteorologie-Organisation (WMO) erahnen, dass das nur ein Vorgeschmack darauf ist, was die Weltbevölkerung in den nächsten Jahren erwarten wird: Demnach könnten die Durchschnittstemperaturen bereits in den nächsten fünf Jahren zu 50-prozentiger Wahrscheinlichkeit mindestens einmal die 1,5-Grad-Marke überschreiten. Zudem beträgt die Wahrscheinlichkeit, dass der Fünf-Jahres-Durchschnitt von 2022 bis 2026 den der letzten fünf Jahre übersteigt, bei 93 Prozent. Damit steigt auch die Gefahr, die 1,5-Grad-Grenze zumindest punktuell zu überschreiten. Zu den Folgen des Klimawandels, die dann eintreten, zählen folgende:

  • Das Abschmelzen von Gletschern erhöht den Meeresspiegel, was wiederum zu Überschwemmungen führt. In den letzten 30 Jahren hat das Nordpolarmeer 50 Prozent seiner Eisdecke verloren, wodurch die Wärme schlechter von der weißen Oberfläche zurückgestellt werden kann. Die Folge: Die Meere erwärmen sich noch stärker und führen so zu einem weiteren Rückkopplungseffekt, da sie so weniger CO₂ aufnehmen können.
  • Seit 1880 ist der Meeresspiegel um 20 Zentimeter gestiegen. Langfristig werden so viele Küstenregionen unbewohnbar. 
  • Versauerung der Meere, zurückgehender Fischbestand und Zerstörung von Korallenriffen. 
  • Insgesamt sinkende Biodiversität, da sich viele Arten nicht an die veränderten Lebensbedingungen anpassen können. 
  • Das Abtauen des arktischen Permafrostbodens würde gravierende Mengen CO₂ freisetzen: Rund 1,8 Billionen Tonnen Kohlenstoff sind dort gespeichert. Dürren sorgen für zahlreiche Hitzetote, Wasserknappheit und Wüstenbildung. Infolgedessen sinken die Ernteerträge, was viele Menschen die Lebensgrundlage nimmt. Zudem nimmt das Waldbrandrisiko zu und bedroht damit Milliarden von Tieren und Menschen. 
  • Auch in anderer Form nimmt die Anzahl von Extremwettereignissen zu: Die Ungleichverteilung von Niederschlägen sorgt für eine steigende Gefahr von Überschwemmungen und macht so ganze Landstriche zu Risikogebieten.
  • Diese unvorhersehbaren Wetterumschwünge sorgen für Missernten und dramatische Lebensmittelknappheit.
Immer weniger Schnee infolge des Klimawandels

4. Das muss getan werden

Um den Prozess der Erderwärmung zu verlangsamen, ist schnelles Handeln auf globaler Ebene notwendig. Allen voran müssen von den Staaten tiefgreifende Maßnahmen zur Emissionsreduktion eingeleitet und gleichzeitig nicht vermeidbare Emissionen ausgeglichen werden. Dies kann etwa durch Wiederaufforstungsprojekte geschehen oder durch eine veränderte landwirtschaftliche Methoden, um die Bindung von CO₂ in Böden zu verbessern.

Gleichzeitig müssen auch Maßnahmen getroffen werden, um die Menschen in Gebieten, die besonders von den nicht mehr umzukehrenden Auswirkungen des Klimawandels betroffen sind, besser vor diesen zu schützen. Dazu gehören unter anderem der Hochwasserschutz durch den Bau von Deichen sowie verbesserte Frühwarnsysteme, um im Ernstfall den Schaden zu minimieren. Auch die Erforschung innovative, wassersparende Möglichkeiten der Bewässerung und weitere Anpassungen in der Landwirtschaft sind nötig, um weiterhin Lebensmittelsicherheit zu gewährleisten.

5. Und das kannst du tun

Um das 1,5 Grad-Ziel einzuhalten, braucht es ein generelles Umdenken. Jede:r Einzelne ist dabei mit daran beteiligt und kann durch das eigene Handeln Einfluss auf das Klima nehmen. Wie genau ein nachhaltiger Lebensstil aussehen kann, haben wir dir hier zusammengefasst.

There is no planet B - Klimawandel Protest

6. Häufige Fragen

Weiterlesen im Magazin:

Welche Rolle spielen die Meere im Klimawandel?

Ohne die klimaregulierende Funktion des Ozeans wäre unsere Welt eine andere. Der Ozean speichert Wärme und CO2 in großen Mengen und verlangsamt so den Klimawandel. Doch die Ozeane erwärmen immer mehr und leiden unter der Versauerung.

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Klimapositiv – was bedeutet das eigentlich?

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Nachhaltig leben: Unsere 12 Tipps 

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