Wie belastet Mikroplastik das Meer?

Annina Arnold

Nachhaltigkeits-Expertin im Bereich faire Mode und bewusstes Leben.

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Etwa 2% des produzierten Plastiks findet den Weg in die Meere. Das sind ca. 10 Millionen Tonnen Plastik. Deutlich sichtbar wird dies in den großen Müllstrudeln, die durch die Ozeanzirkulation entstehen. Hier findet sich jedoch lediglich 0,5% des Plastiks in den Meeren.

Kaum sichtbares, häufig gesunkenes Mikroplastik stellt 99% des Plastikmülls im Meer dar. Man unterscheidet zwischen primären und sekundärem Mikroplastik. Primäres kommt schon als Mikroplastik ins Meer, denn es wurde schon vorher in Partikelform Produkten hinzugefügt. Sekundäres Mikroplastik entsteht durch den Zersetzungsprozess von größerem Plastik in der Umwelt. Dies entsteht durch größere, zerriebene Plastikteile, die von Bakterien oder der Sonnenstrahlung zersetzt werden. Diese Mikroplastik-Teilchen sind kleiner als fünf Millimeter.

Nachdem sich das Mikroplastik im Meer verteilt, sinkt es nach und nach in die Tiefsee ab. Tatsächlich lagern sich die Teilchen im Sediment ab und bilden eine neue geologische Schicht. Die Tiefsee wird leider als Müllkippe ausgenutzt, die das Plastik verschwinden lässt. Aus den Augen, aus dem Sinn.

Die Folgen von Mikroplastik im Meer sind vielfältig: Mikroplastik, das nicht absinkt, wird von Fischen als Plankton wahrgenommen. Entlang der Nahrungskette gelangt es in die Mägen aller Meeresbewohner, bis es schließlich auf unserem Teller landet. Bei einer Untersuchung von Eismeervögeln wurden bei 60 Prozent mehr als 0,1 Gramm Kunststoffe im Magen nachgewiesen. 

Durch die großen Mengen an Mikroplastik werden biologische Prozesse beeinflusst und das Plankton kann Kohlenstoffdioxid schlecht binden, um es in der Tiefsee abzusondern. Diese sogenannte Kohlenstoffpumpe wird gestört.

Mikroplastik reichert außerdem besonders gut Schadstoffe aus der Umgebung an, zum Beispiel aus Ölrückständen. 

In Europa ist festzustellen, dass das Mittelmeer mit rund sieben Prozent des weltweiten Plastikmülls ähnlich hohe Anteile von Plastik beherbergt, wie in den fünf ozeanischen Müllstrudeln. Dadurch, dass dieses Meer von Kontinenten umschlossen ist, findet weniger Wasser- und Plastikaustausch mit den Weltmeeren statt. Das Plastik sammelt sich an und lässt das Mittelmeer zu einer europäischen Müllkippe für Plastik werden. Auch in der Nordsee sind ca. elf Kilogramm Müll pro Quadratkilometer festzustellen.

Erschreckend ist, dass es teilweise sechsmal soviel Plastik als Plankton im Ozean gibt. Selbst im Marianengraben, dem tiefsten Punkt der Weltmeere, wurde Mikroplastik in beachtlichen Mengen gefunden.

Diese Plastikkrise beeinflusst auf dramatische Weise die Gewässer und sämtliche marine Lebewesen. Tiere verfangen sich in Plastikabfällen oder halten sie für Nahrung, bis sie schließlich mit daran verenden.

Du willst wissen, was du gegen Mikroplastik tun kannst? Dich interessieren die Auswirkungen von Plastik im Meer?Dann lies unseren Blogartikel über Plastik im Meer!

Die Rolle der Textilindustrie beim Problem „Mikroplastik“

Mikroplastik durch private Waschgänge im Meer Plastik im Ozean Folgen durch Polyester

Die am häufigsten verwendete Textilfaser ist Polyester.

Viele Kleidungsstücke bestehen teilweise oder sogar ganz aus Plastik. Oft ist unklar, dass Polyamid, Polyester, Acryl oder Nylon synthetische Fasern sind, die aus Erdöl oder Erdgas gewonnen und hergestellt werden. Damit nicht genug.
Grundwasser, Flüsse und Meere werden durch synthetische Mikrofasern belastet, die besonders bei privaten Waschgängen von Kleidungsstücken mit Polyester freigesetzt werden. Einerseits hilft natürlich der Verzicht auf Kleidung aus Plastik. Andererseits gibt es mittlerweile Waschbeutel, die Mikroplastik herausfiltern. 





Quelle: Meeresatlas 2017, Heinrich-Böll-Stiftung. Creative-Commons-Lizenz CC BY 4.0.

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