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Natürliche Materialien: Gut für die Haut, gut für die Umwelt

Nina Kegel

Nachhaltigkeits-Expertin im Bereich bewusster Konsum und umweltgerechtes Leben

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Die Haut ist das größte Organ unseres Körpers. Umso wichtiger, dass wir mit hochwertiger Kleidung nur Materialien an uns lassen, die unsere Haut nicht durch Schadstoffe belasten.

Tagtäglich ist unsere Haut verschiedensten Beanspruchungen ausgeliefert: etwa durch Kleidung, Schweiß oder Sport. Um die Beanspruchung zu minimieren, spielt unsere Kleidung eine wichtige Rolle. Das gilt insbesondere für Menschen mit Ekzemen, Neurodermitis oder besonders empfindlicher Haut. Durch die Wahl von natürlichen Materialien frei von Schadstoffen können die negativen Einflüsse von Kleidung auf unsere Haut drastisch minimiert und zugleich die Umwelt und die an der Produktion beteiligten Menschen geschützt werden.

Die Inhalte:

  • Synthetikstoffe vermeiden
  • Besondere Funktion, besondere Schadstoffe
  • Augen auf bei der Waschmittelwahl
  • Empfehlenswerte Stoffe
  • Fazit
  • Häufige Fragen
  • Weiterlesen im Magazin

1. Synthetikstoffe vermeiden

Synthetikstoffe wie Polyester schaden nicht nur der Umwelt, sondern sind häufig auch stark durch Schadstoffe belastet. Dazu zählen etwa Rückstände der verwendeten Farbstoffe und Bleichmittel, die insbesondere bei Synthetikfasern durch Feuchtigkeit leicht ausgewaschen werden und können so zu Hautirritationen und allergischen Reaktionen führen können. Besonders stark mit Schadstoffen belastet sind übrigens schwarze, minderwertig gefärbte Textilien. Doch wer einmal ein Shirt aus Polyester getragen hat, weiß: Gerade in synthetischen Fasern schwitzt man besonders leicht – das Freisetzen der Schadstoffe wird begünstigt. Außerdem bietet die Feuchtigkeit zwischen Stoff und Haut Nährboden für Hautirritationen.

2. Besondere Funktion, besondere Schadstoffe

Besonders Kleidungsstücke, die mit speziellen Funktionen werben, etwa damit, besonders wasserabweisend oder knitterfrei zu sein, sind häufig stark mit Schadstoffen belastet. So erspart beispielsweise das in der Herstellung verwendete Formaldehyd das Bügeln des Kleidungsstücks, kann allerdings auch allergische Reaktionen auslösen und steht im Verdacht, krebserregend zu sein. Um Regenjacken wasserdicht und atmungsaktiv werden zu lassen, wird außerdem häufig PFC verwendet – ein Stoff, der kaum abgebaut werden kann und sich entlang der Nahrungskette anreichert. Weltweit, darunter auch in Deutschland, wurde PFC bereits im Trinkwasser nachgewiesen. Auch wenn die Auswirkungen noch nicht umfassend erforscht sind, ist bereits sicher, dass PFC negative Auswirkungen auf Fruchtbarkeit, Krebsrisiko sowie die Wirksamkeit von Impfungen hat.

Auch beim Färben oder Bleichen verwendete Stoffe wie die Schwermetalle Blei und Quecksilber belasten sowohl die Menschen, die an der Produktion beteiligt sind, als auch die Umwelt und schlussendlich auch die Konsument:innen. Denn auch nach dem Waschen lassen sich noch immer Rückstände der teils giftigen Chemikalien nachweisen, die bei empfindlicher Haut zu allergischen Reaktionen führen können.

Phthalate, besser bekannt als Weichmacher in Kleidung, können sogar für längerfristige Folgen sorgen: Die im Färbevorgang sowie für Aufdrucke eingesetzten Stoffe stehen im Verdacht, den Hormonhaushalt zu beeinträchtigen und bei Säuglingen sogar fortpflanzungsschädigend zu wirken. Um die Belastung durch Schadstoffe zu minimieren, gibt es in der EU zwar ein Verbot für einige Schadstoffe, doch diese Regelung betrifft nur die Textilindustrie innerhalb der EU, nicht aber importierte Kleidung.

Regenjacke

3. Augen auf bei der Waschmittelwahl

Auch Rückstände von Waschmitteln können die Haut belasten und Reizungen verursachen. Daher empfehlen wir, umweltfreundliche Waschmittel zu nutzen und auf Weichspüler zu verzichten, die Umwelt, Geldbeutel und deiner Haut schaden. Schuld daran ist etwa das hier als Konservierungsmittel eingesetzte Formaldehyd. Außerdem kann Weichspüler die Fasern verkleben. Das mindert nicht nur die Saugfähigkeit, sondern begünstigt auch das Bakterien- und Pilzwachstum.

4. Empfehlenswerte Stoffe

Noch immer hält sich der Glaube, durch den Kauf von Naturmaterialien könne diese Belastung vollständig vermieden werden. Tatsächlich aber haften häufig auch an Stücken aus Baumwolle eine Vielzahl an Giftstoffen. Um Haut und Körper zu schonen, ist es daher wichtig, auf ökologisch zertifizierte Naturstoffe zurückzugreifen. Diese Materialien haben von Natur aus antibakterielle und hautfreundliche Eigenschaften und sind zudem frei von chemischen Herbiziden und Pestiziden:

nachhaltige Materialien

5. Fazit

Um deine (beanspruchte) Haut zu schützen, ist neben Pflege mit Naturkosmetik, ausreichender Flüssigkeitszufuhr und Sonnenschutz auch die Wahl entsprechender Kleidung von Bedeutung. So wirkst du nicht nur der Bildung von Hautirritationen und Ekzemen entgegen, sondern vermeidest auch, dass Schadstoffe wie Schwermetalle und Weichmacher deinen Körper belasten. Gute Beratung bei der Wahl hautfreundlicher Stoffe bietet der Geruchssinn: Riecht ein Kleidungsstück bereits stark nach Chemikalien, solltest du den Kauf womöglich überdenken.

Orientierung beim Kauf bieten außerdem Zertifizierungen wie GOTS, die neben sozialen und ökologischen Standards auch den Verzicht auf giftige Chemikalien garantieren. Auch wenn diese Stücke teurer sind als minderwertige Kleidungsstücke aus Kunstfasern, lohnt sich diese Investition gleich mehrfach: Durch den Kauf schonst du dich, die bei der Herstellung Beteiligten sowie deine Umwelt. Wieso ein Shirt für 39 Euro obendrein sogar günstiger sein kann als eines für 5 Euro erfährst du hier.

6. Häufige Fragen

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